politische Kommunikation
..zur Rolle der Politik in modernen Gesellschaften

Neuen Chancen ergreifen...

„Aus keiner Gefahr rettet man sich ohne Gefahr.“  Niccolo Machiavelli

 

... wie "richtig" entscheiden, ohne "Kontrolle" über die Gesellschaft?

 

Kommunikation und öffentlicher Dialog spielen für moderne Gesellschaften eine immer wichtigere Rolle. (Junge) Mediennutzer gestalten Meinungen und thematische Mehrheiten in sozialen Netzwerken und Blogs. Etablierte Parteien verlieren an Bindungswirkung. Es besteht die Chance politische Themen immer stärker im öffentlichen Dialog vorzubereiten und der Politik klarere Entscheidungsvorgaben zu geben. Beispiele wie Stuttgart 21 zeigen, dass Bürger ihre Meinung öffentlich äußern und sich gruppieren sich im Internet.

 

Unternehmen und die Politik müssen diesen Dialog annehmen um Strategien wirksam durchsetzen zu können. Plakative Werbebotschaften verlieren an Wirkung, argumentativer Dialog gewinnt an Bedeutung. Entscheider erwarten maßgeschneiderte Mitteilungen von Interessengruppen um die eigene Willensbildung abzubilden. Transparenz wird durch öffentlichen Dialog und Initiativen vorangetrieben.

 


 

Die Rolle der Politik in einer modernen Gesellschaft

 

Es wird klar, dass Politik nicht an der Spitze einer ausdifferenzierten Gesellschaft stehen kann. Sie kann diese nicht adäquat beobachten und steht daher neben anderen Funktionssystemen - wie der Wirtschaft.

 

Da Sie das nicht tut, aber immer wieder behauptet, ist Politik und Ihre Mitteilungen gegenüber gesellschaftlichen Zielgruppen nicht in der Lage, Aufgaben, die Politik sich selbst gesetzt hat (wie die Erhaltung des Wohlfahrtsstaats der 70er Jahre) aufrecht zu erhalten. Zudem besteht ein struktureller Widerspruch zwischen langfristiger Politik und der Abhängigkeit von Macht. Wahrscheinlich haben langfristige Ziele daher nur dann bestand wenn sie kurzfristige Wahlerfolge sichern können.

 

 


 

Die Rolle von Unternehmen "neben" der Politik

 

„Topmanager und Unternehmer haben eine Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit. Wir leben in einer Informationskultur, in der man kommunizieren muß.“

                                                                                                                 Gertrud Höhler

  

Neben der Politik kommen auch Unternehmen zunehmend in den Dialog mit der "Öffentlichkeit." Auch wenn "man" nicht kommunizieren kann zeigt, das Zitat, dass in der modernen Gesellschaft die Beobachtung der Wirtschaft in Richtung nachhaltigem Handeln etabliert wurde. Die Wirtschaft reagiert auf diese Beobachtungsperspektive.

 

Die Komplexität moderner sozialer Netzwerke macht z.B. interne Guidelines für Unternehmen unumgänglich. Gleichzeitig wird von Unternehmen gefordert langfristig ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzugehen und dies in schlüssigen CSR-Strategien abzubilden. Sie positionieren sich über CSR-Reporte gegenüber der "Gesellschaft" und ihren relevanten Zielgruppen.

 

Diese Interaktion mit der Umwelt hat zwei Seiten, die (durch gute Beratung)  reflektiert werden sollten. Zu der Herausforderung für Unternehmen und der geforderten Beratung ein Video von Prof. Dr. Dirk Baecker.

 

 

 

 


  

Welche Erwartungen an "gesellschaftsweite" Botschaften" sind realistisch?

  

Beratung im Kontext politischer Kommunikation kann keine "Wunder" im Bezug auf den Wähler (als eine mögliche adressierte Zielgruppe) vollbringen.  Beratung kann Meinungen allerdings besser platzieren und anhand von Kennzahlen den Nutzen der Maßnahme evaluieren.

 

Entscheidend ist das Grundverständnis, dass Kommunikation immer mehr ist als das bloße Mitteilen und "Verstehen" von Botschaften. Darin liegt die Herausforderung für die Beschreibung modernder Gesellschaften.

 

Gerade Botschaften, die sich an breite Bevölkerungsschichten wenden, sind aber durch die verschiedenen massenmedialen Kanäle und die aktive Mediennutzung großer Teile der Bevölkerung nicht direkt erreichbar. Ein Student, der über Pop-up und Werbeblocker seinen Informationsbedarf über das Internet abdeckt (auch gestreamte Fernsehsendungen) kommt mit sehr viel weniger Werbebotschaften im Internet mehr in Kontakt.


 

 

Steuerung, Manipulation oder Irritation durch Massenmedien?

  

Politische Inhalte zu manipulieren erscheint möglich, aber dass Individuen, die selbst aktiv ihre Mediennutzung bestimmen durch einzelne Botschaften manipuliert werden könnten erscheint unmöglich.

 

Mandanten können ihre Meinungen in Verfahren einbringen und versuchen Mehrheiten zu organisieren, bzw selbst durch aktive Mediennutzung Inhalte verbreiten. Diese Möglichkeit selbst massenmedial als "Rezipient" und "Sender" aufzutreten verändert die politische Kommunikation nachhaltig.


 

Neue Grundlagen für politische "Ansprache" durch Onlinemarketing

 

Geoscoringdaten sowie Wahlergebnisse ergeben zusammen sehr genaue Auswertungsmöglichkeiten zur Abschätzung von Wählerpotenzial. Genauere Daten erlauben genauere Eingrenzung von Zielgruppen.

 

Die Unterscheidung Gefahr/Risiko, soziale Netzwerke machen riskantes Verhalten von Mitarbeitern zur Gefahr für Unternehmen? Fraglich was als externe Gefahr oder interes Risiko gewertet werden kann. Die Finanzmarktkrise 2008/09 zeigte, dass die gegenseitige Vernetzung eigenständig geglaubte Bankinstitute in Gefahr brachte, da die eigenen Risiken (u.a. durch falsche Risikobewertung und ungenügende Eigenkapitaleinlagen) falsch eingeschätzt wurden.

 

Wie kann man sich authentisch (über verschiedene Kommunikationskanäle) mitteilen?

 


 

Die Systemtheorie als letzte verfügbare "Inklusionstheorie"...

 

"Es gibt keinen geraden Weg, keinen richtigen Einstieg in die Systemtheorie, man kann nur an einer Stelle aufspringen und irgendwann das Gefühl bekommen, etwas von dem faszinierenden Theoriegebäude verstanden zu haben. Nicht zuletzt gilt die Theorie der Systeme zur Zeit als der umfassenste Versuch, Gesellschaft zu beschreiben und ihre Gedankenansätze sind bis weit in die Beratung eingedrungen"...                                         

                                                                                         Daniel Wrede

 

Trotz dieser Herausforderungen zum Verständnis der Systemtheorie ist sie als Erkenntnisquelle neben anderen wissenschaftlichen Beratungstools (insbesondere der BWL) notwendig. "Steuerungsprobleme" des politischen Systems werden in umfassender Beratung nicht nur auf den Rezipienden bezogen ("Warum macht der Bürger nicht, was das Parlament will"?) , sondern die Rückwirkung des beobachteten Verhaltens muss auch für die Politik und ihre Selbstbeschreibung Konsequenzen haben. Diese Reflektion von Erwartungserwartungen (etwa Konsequenzen der Unterescheidung Risiko/Gefahr) strukturiert die Systemtheorie in einzigartiger weise klar und theoretisch abgesichert.

 

Für Beratung bedeutet dies auch die Irritation bisheriger Beratungsstrategien. Die lineare Steuerung, wie sie in der Wirtschaftswissenschaft im Sinne "rationalen" Entscheidens proklamiert wird, ist  bei der Beobachtung gesellschaftlicher Komplexität höchst unwahrscheinlich.

 


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